Suzuki DF90A Außenborder einwintern

Suzuki DF90A ohne Haube

Suzuki DF90A ohne Haube

Der Winter kommt langsam zum Vorschein, der erste Schnee liegt auf den Straßen und die Wassertemperatur geht weiter runter.

Unser Boot wurde bislang noch nicht eingewintert, normal hätte ich dies auch schon längst erledigt. Ein Freund von uns hat sich aber jetzt zum Ende der Saison noch ein neues Boot gekauft und wir wollen in der Hoffnung, dass dieses bald fertig wird vielleicht noch eine gemeinsame Fahrt erleben. Leider zieht das aber alles immer mehr nach hinten, so dass ich jetzt entschieden habe, am Wochenende einzuwintern.

Bei unserem Suzuki DF90A Außenborder ist ohnehin nicht viel zu erledigen, da unser Motor erst letztes Jahr das große Wartungskit verbaut bekommen hat.

Anders als Innenboarder, welche unbedingt mit Frostschutz gespült werden müssen, ist dies beim Außenborder nicht unbedingt nötig, da das Wasser beim Außenborder abläuft.

Das Motoröl samt Filter kann je nach Stunden drinbleiben, wird in unserem Fall aber gewechselt. Der Wechsel vom Getriebeöl dagegen ist sehr wichtig. Im Getriebeöl könnte nämlich Wasser enthalten sein, welches bei Frost gefriert und so das Getriebe zerstören könnte, auch wird so eine Undichtigkeit frühzeitig erkannt.

Für die Konservierung könnte man den Motor noch mit Quicksilver Storage Seal (Fogging-Öl) behandeln und dies in den Ansaugtrakt sprühen, ob das bei einem Einspritzer aber so hilfreich ist, konnte ich leider nie abschließend klären.

Wir werden daher die Kerzen entfernen und ein paar Spritzer Öl/Fogging Öl in die Einlässe geben, danach wird der Motor ein paarmal mit entfernten Kerzen gedreht und die Konservierung sollte passen. So wird es im Übrigen auch vom Hersteller empfohlen.

Folgende Teile habe ich für die Inspektion von meinem Suzuki DF90A bestellt:

1x Öl Filter: 16510-61A31
1x Dichtung für Motor-Öl Ablass-Schraube: 09168-12012
2x Dichtung für beide Getriebe-Öl Ablass-Schrauben: 09168-10034
1x Propeller Splint: 09204-03003
1x 5 Liter Kanister 10W40 Suzuki bzw. Motul Motoröl
1x 1 Liter Flasche Suzuki bzw. Motul Getriebeöl
1x Getriebeöl Pumpe für 1 Liter Suzuki Getriebe Öl Flasche: 990C0-99001
1x Dose Quicksilver Fogging Öl
1x Kartusche Quicksilver High Performance Extreme Grease (Fett)

Das Quicksilver Hoch Performance Fett wird mittels Fett-Presse in alle Abschmiernippel gedrückt. Einen neuen Benzinfilter für meinen Wasserabscheider habe ich noch zuhause liegen, dieser wird ebenfalls getauscht. Mit Abschluss der Arbeiten wurde unser Zar 43 natürlich noch ausgiebig geputzt und der Motor vom Kalk befreit.

Damit es den 100 Litern Super Benzin in unserem Edelstahl-Tank gut geht, wurde bei unserer letzten Fahrt noch 1 Liter Spritstabilisator dem Benzin beigemischt.

Das Beschaffen der Ersatzteile gestaltete sich natürlich mal wieder äußerst schwierig, denn ich wollte gerne bei unserem Händler um die Ecke bestellen, denn dort war mein alter Motor auch schon mal zur Inspektion. Der Laden machte einen guten Eindruck und außerdem wollte ich gerne den lokalen Handel unterstützen. Also Anfang Oktober kurz angerufen und nach der Bitte eine Mail zu schicken, dieser Bitte auch nachgekommen.

Was dann folgte war ein wochenlanges Warten auf eine Antwort, ein erneutes Nachfragen war mir zu blöd und fast hatte ich den Fall schon abgeschlossen, bis dann exakt einen Monat später die Antwort kam…. meine Email wurde im Spam-Ordner gefunden. ;-)

Inzwischen hatte ich aber schon bei einem anderen Händler vor Ort bestellt und dem ersten Händler daher abgesagt. Als ich alles abgeholt hatte, fehlte hier dann aber leider noch das Getriebe-Öl sowie die passende Pumpe.

Da ich aber an dem Wochenende endlich mal einwintern wollte, fuhr ich zu einem großen Händler nähe Roermond. Hier hatte ich in der Vergangenheit auch schon mal einen neuen Trailer von Marlin gekauft. Vorher kurz angerufen und die Verfügbarkeit meiner benötigten Teile  wurde mir auf kurzem Weg bestätigt. Der Inhaber ist sehr nett und freundlich, wir quatschten noch rund 2 Stunden über Gott und die Welt.

Mittlerweile ist die Inspektion auch schon erledigt, um den Öl-Filter zu entfernen, musste die Verkleidung runter, das geht mit ein paar Handgriffen und nach dem entfernen der Schrauben recht schnell. Bevor Ihr die Verkleidung wieder anbringt, unbedingt die Schrauben der Verkleidung mit etwas Marine-Fett einschmieren.

Die Gummi-Dichtungen von der neuen Wasserabscheider-Filter-Patrone und dem neuen Öl-Filter vor dem Einsetzen mit etwas Motoröl beschmieren, damit die Dichtungen nicht festgammeln, einfach mit dem Finger etwas Öl auftragen und man bekommt die Filter später wieder besser runter.

Ansonsten war die Inspektion von unserem Suzuki DF90A recht unspektakulär. Um den Motor warmlaufen zu lassen, habe ich einfach bei unserem Baumarkt um die Ecke eine großen Baukübel gekauft diesen mit Wasser gefüllt und den Motor dann dort eingesetzt.

Den Propeller von unserem DF90A habe ich vorher entfernt, zum einen musste eh Fett an die Propellerwelle und zum anderen lässt sich dadurch auch mal ein Gang einlegen, ohne dass das ganze Wasser aus dem Kübel verloren geht. Einen neuen Splint hatte ich ohnehin mitbestellt.

Nachdem das Unterwasserteil von unserem DF90A Außenborder in der mit Wasser gefüllten Tonne war, habe ich diesen etwa 15 Minuten warmlaufen lassen. Dabei solltet Ihr unbedingt darauf achten, dass die Kühlung passt. Also immer schön auf den Kontrollstahl achten! Zwischendurch habe ich dann auch mal einen Gang eingelegt.

Als der Ölfilter dann langsam wärmer wurde und auch der Kontrollstahl nicht mehr Eiskalt war, habe ich den Außenborder ausgeschaltet und die Öl-Ablass-Schraube entfernt um das Motor-Öl in einem dafür geeigneten Behälter aufgefangen. Anschließend wurden beide Getriebe-Öl-Ablass-Schrauben entfernt und das Getriebe-Öl in einem extra Behälter aufgegangen. Das mache ich deshalb, damit ich recht gut erkennen kann, ob sich im Getriebeöl möglicherweise Wasser oder Metall-Späne befinden. Metall-Späne oder Wasser würden auf einen Defekt bzw. eine Undichtigkeit beim Getriebe hinweisen, das gleiche gilt natürlich auch für das Motor-Öl.

Nachdem alles rausgelaufen war, habe ich zuerst den Motoröl-Ablauf wieder mit der Schraube und einer neuen Dichtung (09168-12012) verschlossen um dann von oben wieder 4,3 Liter frisches Öl in den Motor zu kippen. Bleibt der alte Öl-Filter verbaut, reichen übrigens 4 Liter. Hierzu aber unbedingt die Anleitung vom Außenborder beachten, denn die Werte könnten bei Euch abweisen.

Nun ging es an das Getriebe-Öl. Früher habe ich dieses immer mit den 250ml Tuben aufgefüllt und bei einem kleinen Außenborder ist das auch problemlos möglich. Nun benötigt mein Suzuki DF90A Außenborder aber 850ml Getriebe-Öl. Hier wären dann also 4 Tuben in das Getriebe zu füllen. Da das aber in eine ziemlichen Sauerei ausarten kann, da bei jedem Tuben-Wechsel wieder etwas Öl aus dem Getriebe entweicht.

Da mir das zu blöd war, habe ich mir eine Getriebe-Öl Pumpe von Quicksilver besorgt, diese wird auf die 1 Liter Flasche geschraubt hat ein Schlauch mit Schraub-Gewinde montiert, womit, welchen man so in die Ablass-Schraube vom Getriebeöl drehen kann. So kann die 1 Liter Getriebe-Öl Flasche bequem in den Außenborder gefüllt werden. Ich muss zugeben, dass es mit der Pumpe um einiges länger dauert, aber dafür habe ich keine Schweinerei mit dem Öl.

Das Getriebe-Öl wird solange eingefüllt, bis es am oberen Gewinde wieder rauskommt und dann wird das oberste Loch wieder verschlossen. Dann schnell die Pumpe entfernen und das zweite Loch ebenfalls (natürlich mit neuen Dichtungen 09168-10034) verschließen.

Nach dem Einfüllen der Öle und der Installation der neuen Filter habe ich den Motor noch kurz laufen lassen und nach Abschalten noch mal den Stand des Motoröls kontrolliert.

Danach habe ich kurz die Zündkerzen entfernt und in jeden Einlass ein paar Spritzer Öl gegeben. Danach wurde der Motor einige Male manuell gedreht und die Zündkerzen wieder eingesetzt. Bei diesem Schritt kann man übrigens direkt noch die Zündkerzen kontrollieren.

Zum Schluss wurden noch wie oben geschrieben, alle Nippel abgeschmiert und der zusätzliche Benzin-Filter gewechselt, die Inspektion war damit dann abgeschlossen.

Damit uns unser Zar 43 in der neuen Saison wieder im Glanz zur Verfügung steht, haben wir es noch ausgiebig mit Schlauchbootreiniger geputzt sowie mit Finish geschützt. Der Außenborder wurde mit handelsüblichem Kalkreiniger, welcher auch für Kunststoffe und Gummi geeignet ist, vom Kalk befreit.

 

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